Beispielbild
Verlauf

Säulen-Eiche — Quercus robur 'Fastigata'


Bild: H.-R. Müller

Die Säulen-Eiche, auch Pyramiden-Eiche genannt, ist eine Knospenmutation der Stiel-Eiche (Quercus robur). Diese wuchs in den urwaldartigen Eichen- / Buchenwäldern der Rhein-Main-Ebene bei Harreshausen heran. Das es sich um eine Knospenmutation handelte, zeigte ein Ast, der in die Normalform zurückmutierte. Diesen Ast lies der Graf von Hanau um 1700 entfernen. Etwa um 1740 wurde diese Säulen-Eiche für die Öffentlichkeit entdeckt und von den sie umgebenden Gehölzen befreit, so dass sie ungehindert besichtigt werden konnte. Doch erst 1781 beschrieb man sie erstmals als eigenständige Sorte. Nach allen bisher vorliegenden Untersuchungen gilt es als gesichert, dass sämtliche in Zentral- und Nordeuropa kultivierten Säulen-Eichen ursprünglich von dieser inzwischen auf ca. 570 Jahre geschätzten Mutation abstammen. Sie wird zum großen Teil vegetativ vermehrt, da lediglich aus 2% ihrer Eicheln wieder Säulen-Eichen werden.

Die Säulen-Eiche eignet sich mit ihrer schmalen Krone besonders für Alleen, dichte Bebauungen sowie größere Gärten und Parkanlagen. Sie gedeiht sehr gut an sonnigen Standorten. Dabei ist sie gegenüber fast jedem Boden tolerant und verträgt längere Überschwemmungen, jedoch keine Absenkung des Grundwassers.

Wie die Rinde der Stiel-Eiche so kann auch die der Säulen-Eiche medizinisch verwendet werden. Die Rinde enthält 20% Gerbstoffe, daneben Ellagietannine und Triterpene und wird bei Hautkrankheiten und Entzündungen im Mundbereich eingesetzt.


Höhe 15-20 m
Wuchs schmal kegelförmig, maximal 4 m breit
Blätter 3-6 abgerundete Lappen, Blattstiel kurz, etwas ledrig
Blüten männliche, gelbgrünliche Kätzchen; weibliche in langgestielten Ähren, Mai
Früchte Eicheln, 2-3 cm lang, Stiel 5-12 cm
Herkunft Hessen, Deutschland