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Pflege und Entwicklung von Kopfweiden als Beitrag zum Schutz der Kulturlandschaft
Kopfweiden zählen seit dem späten Mittelalter zu den prägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Ihr unverwechselbares Aussehen, verleiht der Landschaft seit
jeher eine charakteristische Eigenart und Schönheit. Bei der Kopfweide handelt es sich um
eine nutzungsbedingte Baumform, die durch das "Köpfen" des Stammes und das spätere wiederholte Entfernen der austreibenden Weidenruten
und -äste entsteht. Im Laufe der Jahre führt dies zur
Ausbildung der typischen Kopfform.

Heute sind Kopfweiden aus ökonomischer Sicht weitestgehend unattraktiv gewordenen.
Um so größer ist ihr landschaftsästhetischer und kulturgeschichtlicher Wert als "Zeitzeuge"
einer ehemals weit verbreiteten Nutzungsform. Darüber hinaus übernehmen die Bäume mit
zunehmendem Alter und fortschreitender Holzzersetzung wichtige ökologische Funktionen.
Dies wird besonders anhand der großen Anzahl von Tierarten deutlich, die Kopfweiden als
Lebensraum und Nahrungsquelle nutzen können (z.B. holzbewohnende Insektenarten,
höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse).
Obgleich die kulturhistorische Bedeutung und die naturschutzfachlichen Qualitäten der
Kopfweiden bereits seit langem bekannt sind nimmt ihre Anzahl beständig ab. Mittlerweile werden sie zu den stark gefährdeten Biotopen gezählt werden. Der primäre Grund für den Rückgang und die Gefährdung ist in der ausbleibenden
Nutzung zu sehen. Durch das Fehlen der einst regelmäßigen Schnittmaßnahmen bleiben die
Bäume oft sich selbst überlassen, was zum Auseinanderbrechen der schweren Äste im
Kronenbereich und schließlich zum Zerfall der Weiden führt. Hinzu kommt die fehlende
Nachpflanzung und Verjüngung überalterter Bestände. Kopfweiden können deshalb
vielerorts nur durch die Durchführung von regelmäßigen Pflegemaßnahmen erhalten
werden.
Dies gilt auch für die Kopfweiden im Projektgebiet "Leineaue" bei Laatzen (südliche Region
Hannover). Das Projektgebiet ist in besonderem Maße von den wertvollen Kulturelementen
geprägt. Weit mehr als 350 von den insgesamt ca. 500 Bäumen befinden sich alleine im
Bereich des Naturschutzgebietes "Alte Leine" im nördlichen Teil des Projektgebietes. Das Vorhandensein der Kopfweiden war hier mit ausschlaggebend für
die Schutzgebietsausweisung. In den Ausführungen zum Schutzzweck des Naturschutzgebietes
wird explizit auf ihre Bedeutung hingewiesen: "§1(2): Insbesondere wird angestrebt:
(...) eine möglichst naturnahe Entwicklung von Fließgewässern und Uferrandstreifen unter Berücksichtigung der landschaftsbildprägenden Kopfweiden (...)"
(BEZIRKSREGIERUNG
HANNOVER 1999).
Eine Pflege der Bäume findet aber in der Regel nicht oder aber nur sehr
unregelmäßig statt, so dass der Bestand zunehmend gefährdet ist. Um dieser Tendenz
entgegen zu steuern führt der NABU Laatzen das Projekt "Pflege und Entwicklung
von Kopfweiden als Beitrag zum Schutz der Kulturlandschaft" durch. Das Ziel des Projektes ist
die Erarbeitung und Umsetzung eines breit angelegten Gesamtkonzeptes zum Kopfweidenschutz
vor Ort, welches den Fortbestand der kulturhistorisch und ökologisch wertvollen
Bäume langfristig sichern soll. Hierbei soll dem besonderen Umstand Rechnung getragen
werden, dass die erforderlichen Pflegemaßnahmen aufgrund der knappen öffentlichen
Kassen in der Regel ehrenamtlich durchgeführt werden müssen. Das Konzept umfasst deshalb
neben der Erstellung und Umsetzung einer praxisorientierten Pflege- und Entwicklungsplanung
auch umweltpädagogische Aspekte, um zukünftig mehr freiwilliges Engagement im
Bereich des Umwelt- und Naturschutzes zu bewirken. |
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NABU Laatzen aktuell
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