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  Kopfweiden

Vielseitig verwendbar ...
Weiden bestimmen das Bild der Auenwaldreste in der Südlichen Leineaue. Knorrige Kopfweiden (auch Korb-Weiden genannt) werfen am Ufern der Alten Leine ihre Schatten. Über 400 solcher Kopfweiden sind im Naturschutzgebiet Alte Leine zu finden.

Früher wurden diese Weiden geschneitelt, d. h. die Zweige wurden für den Neuaustrieb abgeschnitten. Aus den Zweige wurden Weidenkörbe, Kiepen, Fischfanggeräte, Stühle, Zäune, Besen- und Werkzeugstiele gefertigt. Nach und nach verdickte sich der Stamm am oberen Ende - so entstand der �Kopf.�

Auch für die Arbeiter der Ziegeleien in Grasdorf war die Korbflechterei ein wichtiger Nebenverdienst, besonders im Winter, wenn die Lehmkuhlen gefroren oder überschwemmt waren. Seit Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts nahmen die alten Nutzungsformen stark ab.
 

 
Kopf voller Leben ...
Die Köpfe der Kopfweiden bilden sich etwa in zwei Meter Höhe durch den regelmäßigen Schnitt der Ruten. Für die Korbflechterei eignen sich nur zwei Weidenarten, die Korb-Weiden (Salix viminalis) und die Hohe Weide (Salix x rubens).

Das Holz der Weiden ist sehr weich und somit für Fäulnis anfällig. Besonders die Köpfe neigen faul und hohl zu werden. Das vermodernde Holz bietet zahlreichen Totholz bewohnenden Insekten Lebensraum. Über 100 Käferarten, aber auch viele Falter, wie Rotes Ordensband oder Weidenkarmin sind auf die Weide angewiesen.

Weiden erreichen früh ihre Altersform und sind daher für die ausgeräumte Landschaft wichtig. Im Laufe der Zeit bilden sich neben dem Totholz, viele Hohlräume. Besonders schätzen der Steinkauz, der seltene Wendehals, der Gartenrotschwanz und der unscheinbaren Grauschnäpper die Höhlungen.

Auf älteren Kopfbäumen wächst im Laufe der Jahre in den Hohlräumen eine Humusschicht, auf der sich Schöllkraut, Rispengras und andere Pflanzen ansiedeln.
 

 
Heutige Nutzung ...
Weidenruten zu Körben zu flechten ist selten geworden. Neue Nutzungsformen finden wir in Gärten, auf Spielplätzen sowie in Schulgärten. Aus Zweigen oder Rutenbündeln lassen sich Weidentunnel, -tipis und �häuser errichten. Weidenzäune begrenzen Grundstücke oder verhindern die Einsicht.
 

 
Kopfweiden in der Leineaue

Der NABU Laatzen hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kopfweidenbestände im Naturschutzgebiet Alte Leine als wichtigen Bestandteil einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft zu erhalten. Neben dem regelmäßigen Rückschnitt der Weiden wird der Bestand systematisch auf seine Vitalität untersucht. An geeigneten Stellen werden Nachpflanzungen vorgenommen, um den Bestand langfristig zu erneuern und zu sichern.

Das Kopfweiden-Projekt wird finanziell aus Erträgen der Umweltlotterie BINGO! sowie von der Deutschen Umwelthilfe gefördert.



Fotos: Archiv NABU Laatzen (2), Bernd Schwarzer (2)
 




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