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  FFH-Gebiete

Was bedeutet FFH?
Hinter dem Begriff "FFH" verbirgt sich die "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" der Europäischen Union. Genau genommen ist jedoch selbst dies nicht der richtige Begriff: Korrekt heißt sie "Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen".

Ziel der FFH-Richtlinie
Die FFH-Richtlinie wurde mit dem Ziel verabschiedet, wildlebende Tier- und Pflanzenarten in ihren Lebensräumen zu schützen sowie die Lebensräume europaweit zu vernetzen. Dieses Schutzgebietsnetzwerk ist unter dem Begriff "NATURA 2000" bekannt.
Vor der FFH-Richtlinie gab es bereits die Europäische Vogelschutzrichtlinie von 1979. Auch die nach dieser Richtlinie ausgewiesenen Gebiete sind Bestandteil von NATURA 2000.


Eine neue Schutzgebietskategorie?
Ja und nein. Der hoheitliche Schutz der FFH-Gebiete wird über das Niedersächsische Naturschutzgesetz gewährleistet. So sind z.B. die Flächen des FFH-Gebietes "Leineaue zwischen Hannover und Ruthe" bereits als Landschafts- oder Naturschutzgebiete geschützt. Im Unterschied dazu aber wird durch das FFH-Gebiet die Landschaft als ein großer Raum betrachtet. Rechtlich hat die Anerkennung eines FFH-Gebietes eine bedeutsame Konsequenz: Eingriffe, die das FFH-Gebiet in seiner Funktion beinträchtigen können, unterliegen einer sogenannten "FFH-Verträglichkeitsprüfung." Hier gilt es prinzipielles "Verschlechterungsverbot", d.h. niemand darf das Gebiet zu seinem Nachteil verändern.

Bedeutet ein FFH-Gebiet Nachteile für die Landwirtschaft?
Grundsätzlich nein. Landwirtschaftliche Flächen, die in einem FFH-Gebiet liegen, dürfen weiter bewirtschaftet werden. Viele Gebiete haben sich sogar nur zu ihrem hohen naturschutzfachlichen Wert entwickelt, weil sie naturverträglich bewirtschaftet worden sind. Landwirte haben deswegen sogar die Möglichkeit, EU-Fördermittel für die Bewirtschaftung ihrer Flächen, die in FFH-Gebieten liegen, zu beantragen. Die Rolle der Landwirtschaft wird somit honoriert.
Etwas anders verhält es sich natürlich in dem Fall, daß landwirtschaftliche Nutzfläche in Bauland umgewandelt werden soll: In diesem Falle käme es zur FFH-Verträglichkeitsprüfung.


FFH-Gebiete im Raum Laatzen
Nachdem Niedersachsen in der ersten Runde zu wenig Schutzgebiete an die Europäische Union gemeldet hatte, kam es 2004 zu einem Nachmeldeverfahren. In diesem Zuge wurden zwei FFH-Gebiete im Raum Laatzen gemeldet: - das FFH-Gebiet "Leineaue zwischen Hannover und Ruthe", das im wesentlichen aus den Naturschutzgebieten
"Alte Leine" und
"Leineaue zwischen Ruthe und Koldingen" besteht. Das Gebiet hat eine Gesamtgröße von 967 Hektar. - das FFH-Gebiet "Wiesenknopfsäume bei Oesselse" zum Schutz des Moorbläulings, eines kleinen Schmetterlings. Das Gebiet beinhaltet Gewässerrandstreifen in der Oesslser Feldmark und ist 3,8 Hektar klein.


weitere Informationen:
Liste der Niedersächsischen FFH-Gebiete
(Niedersächsisches Umweltministerium)

Fotos: Archiv NABU Laatzen (1), Michael Werner (1)
Karte: Landesvermessung + Geobasisinformationen Niedersachsen
 




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