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  Der Eisvogel

Farbe der Tropen ...
Nur wenige heimische Vogelarten sind so farbenprächtig wie der Eisvogel. Sein buntes Gefieder erinnert an die Vögel der Tropen. Tatsächlich lebt die über die ganze Erde verbreitete Gruppe der Eisvögel überwiegend in dieser Region. Nur der bei uns heimische Eisvogel (Alcedo atthis) hat sich bis nach Mittelschweden vorgewagt. Der 16,5 cm große Vogel lebt auch im Winter in der Nähe seiner Brutgewässer. Zugefrorene Gewässer führen zu großen Verlusten.
 

 
Braucht klares Gewässer mit Steilufer ...
Die Anwesenheit des Eisvogels ist ein Zeichen für klare, flache Gewässer. Aus diesen fängt er kleine Fische sowie Flohkrebse, Libellenlarven und andere Wasserinsekten. Seine Bruthöhle gräbt er in hohe senkrechte Uferabbrüche. Dadurch schützt er seine Brut vor Feinden.
 

 
Pfeilschneller Jäger ...
Zum Jagen benötigt der Eisvogel über das Wasser hängende Äste oder Pflanzenstengel, die ihm als Ansitz dienen. Auf diesen lauert er auf Beute. Sobald er die Beute entdeckt, stürzt er kopfüber wie ein Pfeil ins Wasser. Hat er die Beute mit dem Schnabel gepackt, rudert er mit den Flügeln an die Wasseroberfläche zurück.
 

 
Mühsamer Nestbau ...
Bereits Ende Februar beginnt beim Eisvogel die Balz. Das Männchen wirbt mit Fischgeschenken um das Weibchen und wählt die Stelle für die 50 bis 100 cm lange Bruthöhle aus. Von seinem Ansitz fliegt es solange mit dem Schnabel gegen die Uferwand, bis ein Loch entstanden ist. Sobald genug Platz ist um darauf zu stehen, erweitert und verlängert der Vogel die Röhre, indem er die Erde mit dem Schnabel löst und mit den Füßen hinaus schaufelt. Jetzt beteiligt sich auch das Weibchen am Bau.
 

 
Kinderkarussel ...
Sobald die Höhle fertiggestellt ist, legt das Weibchen die 6 bis 8 reinweißen Eier auf den nackten Boden des Brutkessels. Gemeinsam brütet das Eisvogelpaar sie aus und füttert anschließend die Jungen.

Die Fütterung erfolgt nach klaren Regeln. Die Jungen sitzen im Kreis. Kommt ein Altvogel zum Füttern, sperrt das Junge, das dem Höhleneingang am nächsten sitzt, den Schnabel auf. Er bekommt den Fisch. Anschließend rücken alle Jungen wie in einem Karussell einen Platz weiter, so dass das nächste gefüttert werden kann.
 

 
Viele Junge, kurzes Leben ...
Nach etwa 25 Tagen verlässt der Nachwuchs die Höhle und erkundet seine Umgebung. Noch 2 bis 3 Tage zeigen die Altvögel ihnen alles, was sie zum Überleben brauchen. Die Sterblichkeitsrate im ersten Lebensjahr liegt bei 70 bis 80 Prozent. Daher sichert die hohe Zahl an Jungvögeln das Überleben der Art.
 

 
Saubere Gewässer, fliegende Edelsteine ...
Eisvögel sind selten geworden. Schuld daran ist der Mensch, der die Fließgewässer verbaut und verschmutzt. Deshalb gilt es die noch bestehenden Gewässerlandschaften zu erhalten, zu schützen und wo möglich dem fliegenden Edelstein, wie der Eisvogel auch genannt wird, neuen Lebensraum zu schaffen.

Fotos: Archiv NABU Laatzen (2), Eick von Ruschkowski (1)
 




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